Diese 7 Fehler ruinieren deinen Onlineshop (und wie du sie vermeidest)

Du hast einen eigenen Onlineshop oder bist gerade dabei, einen zu starten? Dann bist du hier genau richtig. In diesem Artikel teile ich die 7 häufigsten Fehler, die ich selbst (und viele andere) gemacht habe – und gebe dir konkrete Lösungen, wie du sie vermeiden kannst.

Das Problem ist: Am Anfang weiß man gar nicht so genau, was man alles machen muss. Gerade beim Start fühlt man sich oft erschlagen, weil es so viele Entscheidungen in so vielen Bereichen gibt. Shopify oder WooCommerce? Welcher Marketingkanal ist der Beste? Soll ich auch gleich auf Amazon starten?

Das führt schnell dazu, dass man vieles gleichzeitig machen will – und sich nicht die nötige Zeit für wohlüberlegte Entscheidungen nimmt. Und das wiederum führt zu Fehlern, die schnell sehr viel Geld kosten können.

Und glaub mir: Wir haben schon viele tausende Euro mit kleinen und großen Fehlern verbrannt. Manchmal lernt man es eben auf die harte Tour. Damit du dir diese teuren Learnings ersparst, teile ich hier meine Erfahrungen mit dir.


Fehler #1: Das falsche Shopsystem wählen

Ein ganz wichtiger Punkt ist die Wahl des Shopsystems. Das ist die zentrale Drehscheibe deines Onlineshops. Diese Entscheidung bestimmt später alles:

  • Welche zusätzlichen Apps und Software du brauchst
  • Wie gut sich externe Dienste integrieren lassen
  • Ob du Marktplätze wie Amazon, Ebay oder Etsy anbinden kannst

Wir haben WUNDERklein damals mit WooCommerce gestartet. Ich bin aber relativ schnell draufgekommen, dass es gar nicht so toll war:

  • Ich musste ständig Updates installieren
  • Hosting selbst managen und upgraden
  • Shop wurde langsam, sobald mehr Traffic kam

Für mich war das langfristig keine nachhaltige Lösung, da es viel zu wartungsintensiv war. Also haben wir uns relativ schnell für einen Umstieg auf Shopify entschieden.

Das war zwar wieder Arbeit, aber da wir noch nicht so viele Produkte hatten und der Shop klein war, ging es schnell. Schwieriger ist es, wenn man schon groß ist – und zu spät merkt, dass das System nicht passt.

👉 Mein Rat: Prüfe vorher ganz genau, welche Shopsoftware für dich passt. Faktoren:

  • Welche Produkte verkaufst du?
  • In welche Länder willst du liefern?
  • Willst du stark mit Marktplätzen integriert sein?
  • Welche Features sind für dein Business am wichtigsten?

Nimm dir Zeit für die Entscheidung. Ein späterer Wechsel ist sehr teuer.
➡️ Hier findest du die besten E-Commerce Tools für kleine Brands


Fehler #2: Das falsche Produkt (oder kein echtes Problem)

Meine Story: 10.000 € für Bodies, die keiner wollte

Bei WUNDERklein sind wir mit personalisierten Schnullerketten gestartet – das lief ganz gut. Irgendwann haben wir uns gedacht: Wir müssen unser Sortiment erweitern.

Die glorreiche Idee: Baby-Bodies mit Tier-Maskottchen.

  • Designerin engagiert
  • Verschiedene Größen, Farben, kurz/ langarm
  • Viele Varianten produziert
  • 10.000 € investiert und viel Zeit reingesteckt

Das Problem: Niemand wollte die Bodies kaufen.

  • Zu teuer für ein Produkt, das nach 3–4 Monaten nicht mehr passt
  • Junge Familien sind preissensibel

Im Nachhinein völlig logisch. Aber da war es schon zu spät. 5 Jahre später liegen die Bodies noch immer im Lager. Schmerzhaftes Lehrgeld: 10.000 €.


Besserer Ansatz: Recherche & Validierung

Damit dir das nicht passiert: Recherchiere vorher.
Es gibt so viele Möglichkeiten herauszufinden, ob Produkte Nachfrage haben – gerade mit Hilfe von AI und Deep Research.

Wichtige Kriterien für die richtige Nische:

  • Klares Problem oder Bedürfnis: Gibt es ein relevantes Problem, das dein Produkt löst?
  • Zahlungsbereitschaft: Ist die Zielgruppe bereit, Geld auszugeben?
  • Nachhaltige Nachfrage: Evergreen statt kurzer Hype.
  • Suchvolumen: Wird nach deinem Produkt aktiv gesucht?
  • Wettbewerb: Konkurrenz ist ein gutes Zeichen – Differenzierung zählt.
  • Wiederkaufspotenzial: Verbrauchsprodukte sind am besten.
  • Produktion & Logistik: Starte einfach – am besten mit einem Produkt in einer Variante.
  • Persönlicher Zugang: Du musst dein Produkt nicht „lieben“, aber du solltest die Zielgruppe verstehen.

Kriterien für ein gutes Produkt:

  • Robust
  • Platzsparend
  • Keine Elektronik
  • Relativ günstig in der Anschaffung
  • Verbrauchsprodukt
  • Hoher AOV (lieber 100 € als 30 €)

Fehler #3: Zu früh ein ERP-System einführen

Dadurch, dass wir bei WUNDERklein Schmuck individuell fertigen, haben wir viele Materialien in verschiedenen Varianten. Shopify konnte das damals nicht auf granularer Ebene tracken.

Da ich Prozesse liebe, haben wir früh ein ERP-System eingeführt. Es sollte:

  • Materialverwaltung
  • Einkauf
  • Versand
  • Buchhaltung

Alles in einem System lösen.

Die Realität:

  • Riesen Zeitaufwand für Einrichtung
  • Hohe monatliche Gebühren
  • Und am Ende hat es uns nicht so viel Arbeit abgenommen wie geplant war

Heute weiß ich: Man kommt sehr weit ohne ERP-System.
Auch mit Shopify haben wir schlanke Prozesse gefunden – ganz ohne überteuerte, komplexe Lösungen.

👉 Frage dich: Brauche ich das wirklich schon? Oder kostet es nur unnötig viel Geld? (In 99% der Fälle ist die Antwort: Nein)


Fehler #4: Keine Klarheit über Zahlen & Marge

Bevor du Marketing machst, musst du deine Zahlen verstehen.
Allen voran:

  • Marge (Nettoverkaufspreis – alle Kosten)
  • AOV (Average Order Value)

Je höher beides, desto mehr Spielraum hast du im Marketing.

Mein Fehler: Ich habe mich zu sehr über die Bruttoumsätze im Shopify-Dashboard gefreut – und die Werbekosten ignoriert. Später stellte ich fest: Teilweise gingen 50–60 % des Nettoumsatzes in Werbung.


So machst du es besser:

  • Immer mit Nettoumsatz rechnen (Umsatzsteuer raus!).
  • Täglich tracken:
  • Nettoumsatz
  • Werbekosten aller Kanäle (Meta, Google …)
  • MER (Marketing Efficiency Ratio) = Umsatz ÷ Werbekosten

So erkennst du sofort, ob deine Kampagnen profitabel sind – oder Geld verbrennen.


Fehler #5: Marketing planlos starten

Viele Gründer:innen investieren Monate in Produkt und Shop – und starten dann ohne Plan ins Marketing.

Typischer Ablauf:

  1. Schnell ein paar Creatives (meist nur statische Bilder)
  2. Erste Meta-Kampagne
  3. Enttäuschung: Keine oder kaum Sales

Noch schlimmer: Ein paar Sales kommen rein, gerade so viele, dass man denkt „es läuft“ – während man eigentlich draufzahlt.


👉 Lösung: Lege einen Plan fest, bevor du Ads schaltest.

  • Wer ist deine Zielgruppe?
  • Welche Probleme hat sie?
  • In welchen Angles kannst du dein Produkt präsentieren?

Mit AI und Deep Research findest du Antworten:

  • Welche Probleme hat meine Zielgruppe?
  • Wie spricht sie? Welche Begriffe und Ausdrücke nutzt sie?

Wenn du so von Anfang an verschiedene Botschaften testest, wirst du schneller erfolgreich – außer dein Produkt ist schlecht (siehe Fehler #2).


Fehler #6: Schlechte Produktfotos

Marketing und Produkt können noch so gut sein – wenn deine Produktfotos schlecht sind, bringt das alles nichts.

Unser Fehler bei WUNDERklein:

  • DIY-Fotos mit Fotobox
  • Viel Zeit investiert
  • Ergebnis: enttäuschend

Der Wendepunkt: professionelle Fotos.
Sobald wir sie hochgeladen haben, kamen plötzlich Bestellungen – ohne dass wir etwas anderes geändert hatten.

Du kannst vieles selbst machen, aber spare niemals bei den Produktfotos.
Sie sind entscheidend für deine Conversion Rate.


Fehler #7: Alles selbst machen wollen – und ausbrennen

Am Anfang hat man keine große Wahl. Man muss viel selbst machen. Aber eben nicht alles.

Wir haben sogar unsere Produktfotos selbst gemacht – ein Fehler, der Zeit und Energie gekostet hat, ohne Ergebnis.

👉 Mein Tipp: Investiere früh in Dinge, die Profis schneller und besser können.

Und sobald dein Shop wächst, brauchst du Unterstützung.
Der erste sinnvolle Mitarbeiter: Kundenservice.

  • Mehr Bestellungen = mehr Anfragen
  • Support kostet täglich Zeit
  • Diese Zeit solltest du ins Wachstum investieren – nicht ins E-Mail-Tippen

Fazit

✅ Mit diesen 7 Fehlern im Hinterkopf kannst du dir viel Geld, Zeit und Frust sparen.
Die Quintessenz: Fokus, gute Vorbereitung und bewusstes Investieren in die richtigen Bereiche.

Starte schlank, lerne aus Erfahrungen – und vermeide die Fehler, die wir (und viele andere Gründer:innen) schon gemacht haben.

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